50 Jahre Gruppenreisen der Feuerwehr

 

 

Wenn einer eine Reise macht dann kann er was erzählen. Siegfried Fuhrhop kann viel erzählen, hat er doch schon viele

Reisen gemacht. Seit 35 Jahren organisiert er die Gruppenreisen der Feuerwehr Westergellersen. Bis ins Kleinste wird alles

geplant: Welches Hotel wird genutzt, welche Sehenswürdigkeiten sich angesehen, wie viel Trinkgeld benötigt der

Fremdenführer und vieles mehr muss bedacht sein. Natürlich gibt es auch professionelle Hilfe. Seit 10 Jahren wird

diese bei Anker Busreisen in Lüneburg eingeholt. Die Fahrten in den bequemen Bussen der Firma machen noch mehr Spaß.

 

Begonnen hatten die Reiselust der Westergellerser bereits vor 50 Jahren. Der damalige Ortsbrandmeister Wilhelm Dittmer

hatte schon einige Fahrten unternommen. 1958 kam er dann auf den Gedanken, eine Ausfahrt mit der Feuerwehr zu

veranstalten. Eine Reise ins Weserbergland war somit die Erste in einer langen Reihe von Fahrten, deren Ziele mittlerweile

über ganz Europa verteilt sind. Mit Ägypten wurde 1997 sogar ein Land außerhalb Europas besucht. 1962 wurde die erste

Mehrtagesfahrt durchgeführt. Das Reiseziel war Flensburg. Mit einer Fahrt nach Holland besuchte man erstmals das

Ausland. Es sollte nicht die einzige Fahrt über die Grenzen werden. Reisen nach Paris, Rom, Moskau, Leningrad, Istanbul

oder Budapest folgten. Oder auch nach Südtirol, Schottland, Irland, in die Toskana oder die Provence. Alles kann hier gar

nicht aufgezählt werden. In diesem Jahr führt die Reise vom 28.6. bis zum 7.7.nach Norwegen. Hier scheint man sich

besonders wohl zu fühlen. Bereits zum dritten Mal ist dieses skandinavische Land das Reiseziel.

 

Und dann die Geschichten, zu Beispiel aus Südtirol, obwohl die Reise schon 1978 stattfand wird noch gerne an die

freundliche Aufnahme der dortigen Feuerwehr gedacht. Dann war da der Toilettendeckel mit der besonderen farblichen Note,

der in Istanbul auf dem Basar von einem Mitreisenden gekauft wurde. Er passte so gut in das heimische Badezimmer. In

Budapest wurden leider einige Leute bestohlen. Ein Mitreisender bewahrte somit sein Rückflugticket sicher hinter einem

Bilderrahmen im Hotelzimmer auf. Vermutlich ist es noch immer dort. Unser Reisende vergaß es zumindest. Es bedurfte der

Hilfe des einheimischen Reiseleiters um mit der Gruppe ausreisen zu können. Bei einer Fahrt wäre fast ein Koffer nicht

mitgekommen. Nur weil ein Reisender kurz nach der Abfahrt das Fehlen seines Reisepasses bemerkte, wurde nochmals ins

Dorf zurück gefahren. Dort bemerkte man dann auch den Koffer, der einsam am Abfahrtort stand. In Moskau, es war im Jahr

1985 und die UdSSR hatte noch Bestand, wollte man gerne einen besonderen Abend mit typischen russischen Gerichten

und in russischer Atmosphäre erleben. Da man aber Vollpension gebucht hatte und somit das Abendessen im Hotel bezahlt

war aber nun nicht gegessen wurde, wurde alles in Krimsekt umgerechnet. Dieser Sekt konnte in das neue Lokal

mitgenommen und dort getrunken werden. Es war halt alles eine Firma. Ein einmaliges Erlebnis war natürlich auch die Reise

nach Ägypten. Die Pyramiden, das Fahrt auf dem Nil und anschließend der Badeurlaub am Roten Meer. Vieles kann noch

berichtet werden, doch mehr zu erzählen würde diesen Beitrag sprengen.

 

Die Fahrten mit der Feuerwehr Westergellersen sind nun einmal etwas besonderes und sie werden weitergehen. Zu dem „

harten“ Kern, der sich mittlerweile gebildet hat kommen immer wieder neue Interessierte hinzu. Dieses geschieht

ausschließlich durch Mund zu Mund Propaganda. Man weiß das Gute eben zu schätzen. Nach 35 Jahren möchte sich

Siegfried Fuhrhop nun von der Organisation zurückziehen. Mit Georg-Wilhelm Bergmann hat er bereits einen Nachfolger

gefunden. Somit können die zweiten 50 Jahre in der Geschichte der Gruppenreisen der Feuerwehr beginnen.

 

Verfasser von Text und Bild: Klaus Kleinecke